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23.10.2018

Angst vor dem Italexit

Es ist bezeichnend, dass der Risikoaufschlag für zehnjährige italienische Staatsanleihen über das vergangene Wochenende nur deshalb zurückging, weil die Dinge sich nicht ganz so schlecht entwickelt hatten wie gedacht. Was war passiert? Moody’s hatte zum Wochenausklang italienische Staatsanleihen zwar auf Baa3 heruntergestuft, den Ausblick aber als stabil eingeordnet. Dies war nicht ganz so negativ wie viele befürchtet hatten, denn die Ratinganpassung hatte wie ein Damoklesschwert über der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone geschwebt, und viele hatten eine noch schlechtere Bewertung eingepreist. Es könnte allerdings sein, dass diese Erleichterung nicht lange vorhält. Am kommenden Freitag steht bereits die Beurteilung durch Standard & Poor’s an, und dort halten viele Beobachter ebenfalls eine Rückstufung auf ‚negativ‘ für das wahrscheinlichste Szenario. Schließlich ist dies die Einschätzung, welche Fitch, die dritte im Bunde der großen Rating-Agenturen, bereits seit einiger Zeit vertritt.

Das Drohszenario für italienische Schuldpapiere ergibt sich vor allem aus dem dünn gewordenen Abstand zum Ramschniveau. Denn hatten Anleihen unserer südlichen Nachbarn bisher noch zwei Stufen Abstand zu dem Niveau, auf dem seine Anleihequalität zu schlecht würde, um noch von der EZB angekauft zu werden, beträgt dieser Sicherheitsabstand aus Sicht von Moody’s seit dem Wochenende nur noch einen Notch, der Ramschstatus ist vor dem Hintergrund der Budgetdiskussion mir der EU-Kommission also in greifbare Nähe gerückt. Sollte auch die kanadische Ratingagentur DBRS Italien herunterstufen, würden die Rentenmärkte vermutlich sehr nervös reagieren, das böse Wort vom ‚Italexit‘ würde wieder die Runde machen. Zwar sind wir weiterhin fest davon überzeugt, dass es zu ebendiesem Italexit nicht kommen und stattdessen ein Kompromiss zwischen Italiens Populistenregierung und der EU-Kommission gefunden wird. Der Weg dahin führt aber über jede Menge Unsicherheit. Auch wenn der Spread zum Wochenbeginn etwas freundlicher aussah, sollten Anleger sich davon nicht in Sicherheit wiegen lassen.

Am 6. November stehen in den USA die Kongresswahlen an. Nach wie vor halten wir es für wahrscheinlich, dass Trumps Republikaner die Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren. Das wäre nichts Ungewöhnliches, im Gegenteil, es ist das übliche Muster nach den ersten beiden Amtsjahren eines neuen Präsidenten. Sollte die Mehrheit der Demokraten unter den 435 neu zu wählenden Abgeordneten also nicht zu dramatisch ausfallen, könnte die Wahl für Trump sogar eine Unterstützung auf dem Weg zur erneuten Präsidentschaftskampagne 2020 bedeuten. Bezeichnenderweise hat ihm ja die Durchsetzung des umstrittenen Richters Brett Kavenaugh am Obersten Gericht zu weiterer Popularität innerhalb konservativer Wählerschichten verholfen, obwohl diese Personalentscheidung das Land noch tiefer gespalten hat als es ohnehin schon war. Möglicherweise könnte sogar Trumps Lavieren gegenüber Saudi-Arabien im Zuge der Kashoggi-Affäre dem Präsidenten nutzen. In Zeiten stark gesunkener moralischer Ansprüche könnten es viele US-Wähler für opportun halten, an Milliardendeals mit den Saudis festzuhalten, Mord hin oder her. War doch nur ein Journalist, könnte Trump seinen Wählern suggerieren, und wenn wir den Saudis keine Waffen verkaufen, tun es die Deutschen. Womit er sogar Recht haben könnte.

Quelle: Aktueller Blick auf die Märkte 23.10.2018 BlackRock



09.10.2018

Auftakt ins Schlussquartal. Wirtschaft brummt doch die politischen Risiken bleiben

Mit Blick auf das gerade begonnene letzte Quartal 2018 lässt sich absehen, dass auch dieses vom Tauziehen zwischen starken Wirtschaftsdaten einerseits und der Unberechenbarkeit der Politik geprägt werden dürfte.

1. USA

Vergangenen freitag die US-Arbeitsmarktdaten einmal mehr Zeugnis abgelegt von der brummenden Wirtschaft. Die Arbeitslosenquote ist mit 3,7% so niedrig wie seit den 60er Jahren nicht mehr, die Löhne steigen dennoch mit 2,8% nur moderat und erlauben der Fed weiterhin ein behutsames Straffen der Geldpolitik. Gleichermaßen dürfte die in diesen Tagen beginnende Berichtssaison für die Unternehmensergebnisse im dritten Quartal die Vorlage für weiter steigende Aktienkurse bilden, denn wir gehen davon aus, dass die gute Wirtschaftslage und die Geschenke aus der US-Steuerreform die Profite noch stärker angetrieben haben als vom Marktkonsens erwartet. Spricht also alles für eine Fortsetzung der Aktien-Erfolgsgeschichte, vor allem in den USA. Neue Höchststände wären aber auch hierzulande denkbar. Wäre da nicht das oben genannte - und in der Tat unberechenbare - Störfeuer der Politik.

Es sind vor allem die oft zitierten Risikoszenarien der letzten Wochen, die wir auch mit Blick auf das Schlussquartal für am potentiell gefährlichsten halten. Sie alle haben mit Populismus und Verfall demokratischer Kultur zu tun, angefangen bei einem US-Präsidenten, der die Kongresswahlen am 6. November unbedingt gewinnen will. Gerade die gegen viel Widerstand erzwungene Durchsetzung des rechten Hardliners Brett Kavanaugh als Richter am Supreme Court hat Trump einmal mehr darin bestärkt, keine Rücksichten auf moderate Wähler zu nehmen. Es ist zu erwarten, dass er, je näher wir der Wahl kommen, immer wilder um sich schlagen wird. In Bezug auf die US-Außenpolitik, besonders gegenüber China, Russland und dem Mittleren Osten, ist dies eine wahrscheinliche Quelle von Volatilität.

2. Italien

Dort hat die Populistenregierung zwar Ihr Defizitziel für 2020 und 2021 leicht gesenkt, auf nunmehr 2,1% und 1,8%. Dies dürfte aber nur unter günstigsten Annahmen bezüglich Wachstum und Inflation den Schuldenstand gerade eben konstant halten. In jedem Fall steht der Plan weiter in eklatantem Widerspruch zu den Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspaktes. Es droht Zoff mit der EU-Kommission und eine Herabstufung durch die Ratingagenturen. Die Angst vor einer Neuauflage der Eurokrise bleibt greifbar.

3. Türkei

Drittens die Türkei. Im September hat die Abwertung der Lira die Inflation weiter angefacht. Um 24,5% gegenüber dem Vorjahr stiegen die Preise. Die Regierung in Ankara müsste nun dringend auf die Bremse treten und die Zentralbank die Zinsen drastisch erhöhen lassen, um die Leistungsbilanz zu stabilisieren und den Verfall der Währung zu stoppen. Aber Erdogans Kopf steckt tief im Sand. Fast alles spricht dafür, dass die Krise noch wesentlich schlimmer wird. Zwar halten wir ein Überschwappen auf andere, größere Schwellenländer bisher für unwahrscheinlich. Dies gilt aber vor allem, solange der Welthandel rund läuft. Und jetzt scheint auch noch mit Jair Bolsonaro ein verwirrter Radikaler zum Präsidenten der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas gewählt zu werden. Für die Risikoneigung von Anlegern ist dies keine ideale Konstellation.

4. Brexit

Immer mehr wird klar, dass ein für alle akzeptables Ausscheiden Großbritanniens aus der EU einer Quadratur des Kreises gleichkommt. Zwischen superhartem No-Deal Brexit über einen Status a la Norwegen, genannt BINO (Brexit in Name only), bis hin zum „Exit vom Brexit“ über ein oder mehrere erneute Referenden scheint alles möglich. Vor allem aber wird eine Einigung vor Jahresende immer unwahrscheinlicher. Und in diesem Fall, also kein Deal bis Jahresende, dürften in Pfund Sterling notierte Anlagen massiv unter Druck geraten.

Quelle: Aktueller Blick auf die Märkte 9.10.2018 BlackRock



11.09.2018

Karstadt und Kaufhof fusionieren

Die traditionsreichen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof schließen sich zusammen. Entsprechende Medienberichte haben beide Konzerne jetzt offiziell bestätigt. Die Leitung übernimmt Karstadt-Chef Fanderl.

Die beiden letzten großen Warenhausketten Deutschlands, Karstadt und Kaufhof, schließen sich zusammen. Dies haben der österreichische Karstadt-Eigentümer Signa und der kanadische Kaufhof-Eigner Hudson's Bay Company (HBC) auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

Die entsprechenden Verträge seien bereits unterschrieben worden. Der neue Einzelhandels-Riese wird europaweit 243 Standorte haben und insgesamt rund 32.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Karstadt erhält Mehrheit der Anteile

Offiziell ist von einer "Fusion unter Gleichen" die Rede. Doch wird Karstadt-Chef Stephan Fanderl die Leitung des Warenhaus-Konzerns übernehmen. Auch die Mehrheit der Anteile am neuen Unternehmen liegt künftig bei der Signa-Holding des Karstadt-Eigentümers: Sie erhält 50,01 Prozent, HBC 49,99 Prozent.

Unter dem Dach der neuen Holding werden nun nicht nur die deutschen Kaufhof- und Karstadt-Filialen vereint, sondern auch die Karstadt-Sporthäuser, die europäischen Filialen der Outlet-Kette Saks Off 5th, die Galeria-Inno-Kaufhäuser in Belgien, die erst kürzlich gegründeten Hudson's-Bay-Warenhäuser in den Niederlanden sowie eine Reihe von Internet-Anbietern.

Fusion als Befreiungsschlag?

Von dem Zusammenschluss erhoffen sich beide Ketten eine Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition. Billiganbieter wie Primark, Online-Händler wie Amazon und Zalando, aber auch die Konkurrenz der großen Einkaufszentren machen den traditionellen Warenhäusern seit Jahren zu schaffen.

Besonders kritisch ist die Situation bei Kaufhof. Die Kölner kämpfen seit der Übernahme durch HBC Ende 2015 mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Karstadt hat nach einer harten Sanierung gerade erst die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft.

Einsparungen erwartet

Die Fusion und die damit einhergehende Bündelung von Einkaufsmacht dürfte es Kaufhof und Karstadt ermöglichen, bessere Konditionen von den Lieferanten zu bekommen. Außerdem könnten in der Verwaltung, Datenverarbeitung und Logistik beträchtliche Summen gespart werden.

Offen ließen die Warenhausketten, ob die beiden Marken in der bisherigen Form erhalten bleiben und ob im Zuge der Fusion auch Filialschließungen geplant sind. Auch zu einem möglichen Stellenabbau gibt es noch keine offiziellen Angaben.

Arbeitnehmervertreter fordert Erhalt aller Arbeitsplätze

Den Erhalt aller Arbeitsplätze und aller Standorte beim Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof forderte der Karstadt-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ettl: "Die Fusion darf nicht zu Lasten der Arbeitnehmer gehen."

Ziel müsse Wachstum statt Restrukturierung sein und Arbeitsplatzerhalt statt Arbeitsplatzvernichtung. Ettl verwies darauf, dass die Beschäftigten von Karstadt seit Jahren auf Teile ihres Tarifgehalts verzichteten, um den Konzern zu erhalten.

Kartellamt kündigt genaue Prüfung an

Ein Wort mitzureden haben auch noch die Wettbewerbshüter. Kartellamtspräsident Andreas Mundt kündigte bereits an, die Fusionspläne genau unter die Lupe zu nehmen: "Wir stellen uns auf ein extrem umfangreiches und aufwendiges Verfahren ein."

Es müssten sowohl die Folgen für die Kunden als auch für die Lieferanten geprüft werden. Dabei müsse man nicht nur den stationären Handel berücksichtigen, sondern auch den Online-Handel. "Wir hatten bisher noch keinen Fall, in dem wir uns in diesem Umfang mit diesen Fragen auseinandersetzen mussten", sagte Mundt. (Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/karstadt-kaufhof-109.html)



11.09.2018

Schwedenwahl

Die Schweden haben mit hoher Wahlbeteiligung (84,4%) ein neues Parlament gewählt. Zwar ist der Rechtsruck nicht ganz so heftig ausgefallen wie von vielen während des Wahlkampfes befürchtet, und die bisher regierenden Sozialdemokraten haben mit 28,4% und einem Verlust von nur 2,8 Prozentpunkten ein akzeptables Ergebnis eingefahren. Dennoch zeigen das starke Abschneiden der rechtspopulistischen Schwedendemokraten (17,6%, nach 5,7% im Jahr 2010 und 12,9% vor vier Jahren) und die weitgehende Verengung des Wahlkampfes auf Migrationsthemen, dass auch im liberalen und weltoffenen Schweden ähnliche Herausforderungen den Diskurs bestimmen wie in Mitteleuropa. Zwar ist Schweden mit der Wahl nicht in die offen ausländerfeindliche Richtung einiger osteuropäischer Regierungsparteien (etwa PIS in Polen oder Fidesz in Ungarn) gerutscht, aber die Tatsache, dass das skandinavische Land im Zuge der Syrienflucht 2015 relativ zur Bevölkerung mehr Flüchtlinge aufgenommen hat als jedes andere Land, scheint den gesellschaftlichen Druck erheblich verstärkt zu haben. Für anstehende Wahlen in Europa in den kommenden Jahren ist dies ein Fanal. Schweden selbst steht nun eine schwierige und eventuell zeitraubende Regierungsbildung bevor. (Blackrock 11.09.2018 - Aktueller Blick auf die Märkte)



Showdown am Bosporus:

Warum uns die Türkei-Krise nicht kalt lassen kann

• Eine kurze Geschichte der Erdoganomics

• Währungskrise und Trump-Effekt

• Auswirkungen der Krise

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Russland tauscht massiv US-Anleihen in Gold um - jetzt zittert Trump vor Zins-Desaster

Quelle: 25.07.2018 - 06:22 - Finanzen100

Donald Trump lässt sich von einem Phänomen ganz und gar nicht begeistern: steigenden Zinsen. Der US-Präsident twitterte mit Blick auf die allmähliche Abkehr der Notenbank Fed vom Krisenmodus in der Geldpolitik: "Die Zinsen jetzt anzuheben schadet allem, was wir erreicht haben".

Denn ein Dämpfer für die Wirtschaft durch teurere Kredite käme für Trump zur Unzeit; will er doch gerade die heilsame Wirkung seiner wirtschaftlichen Abschottung beweisen. Und es gibt ein weiteres Problem: Die Finanzierung der gigantischen US-Staatsschulden wird teurer.

Doch während Trump die Notenbanker attackiert, legen jüngste Daten nahe, dass nicht nur sie es waren, die den US-Zinsen zuletzt Auftrieb gaben. Stattdessen spielte ausgerechnet das Land eine entscheidende Rolle, mit dessen Präsident Wladimir Putin Trump in Helsinki auf Kuschelkurs ging. Aktuelle Zahlen zeigen, dass Russland zuletzt fast vollständig als Gläubiger der USA abgesprungen ist. Allein im April und Mai ist der russische Bestand an US-Staatspapieren von über 96 Milliarden auf unter 15 Milliarden Dollar gefallen. Auf der offiziellen US-Liste der Hauptgläubiger, auf der auch Deutschland steht, taucht Russland seit vergangener Woche nicht mehr auf.

Es gab für Moskau gleich mehrere Gründe, sich von US-Papieren zu trennen. Die Anfang April eingeführten US-Sanktionen haben für Verunsicherung gesorgt und in Washington werden parteiübergreifend weitere Schritte gefordert. In Moskau ist man besorgt, dass künftig auch der Handel mit US-Anleihen beeinträchtigt werden könnte. Die Anleiheverkäufe seien schlicht und einfach eine "kluge Absicherung" gegen eine mögliche Beschlagnahmung, sagte der russische Ex-Notenbankchef Sergej Dubinin.

Außerdem stärkt der Verkauf der US-Papiere tendenziell den Rubel, der unter dem Druck der Sanktionen stark an Wert verloren hat. Zudem setzt Russland ohnehin seit geraumer Zeit auf eine stärkere Streuung seiner Währungsreserven und will sich von der Abhängigkeit vom Dollar lösen. Vor allem Gold horten die Russen immer mehr. Allein im April und Mai stieg der Bestand laut dem World Gold Council zusammen um über 37 auf inzwischen mehr als 1.900 Tonnen.

Vorgehen Russlands ist eine gezielte Attacke auf eine Achillesferse der USA

Einige Experten bewerten das Vorgehen Russlands aber auch als gezielte Attacke auf eine Achillesferse der USA. Denn obwohl die US-Wirtschaft brummt und die Arbeitslosigkeit mit vier Prozent sehr niedrig ist, entlastet Trump mit seiner Steuerreform die Wirtschaft auf Kosten des Staatssäckels und setzt auf hohe Ausgaben. Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) wird das US-Haushaltsdefizit in den kommenden Jahren über einer Billion Dollar liegen.

Das erhöht die Abhängigkeit der USA von ihren Gläubigern. Wie hoch die ist, hatte sich während des russischen Abverkaufs der US-Papiere gezeigt: Seit Anfang April stiegen die Zinsen auf US-Anleihen kräftig. Bei 10-jähriger Laufzeit kletterte die Rendite von 2,7 Prozent erstmals seit 2014 über 3 Prozent. Denn die Russen erhöhten das Angebot und wenn den Anlegern Papiere hinterhergeworfen werden, verlangen sie höhere Zinsen auf ihr Geld.

Allerdings ist Russland ein vergleichsweise kleiner Geldgeber der USA. Ungleich härter dürfte es Washington treffen, wenn etwa China als größter Gläubiger den Geldhahn zudrehen würde. Wie heikel die Lage ist, hatte sich bereits im Januar gezeigt, als bloße Gerüchte, Peking könnte die Käufe von US-Anleihen stoppen, die US-Zinsen ruckartig steigen ließen. Hier geht es um ganz andere Summen als im Falle Russlands: Ausgerechnet bei Trumps Lieblingsfeind China stehen die USA mit über 1,1 Billionen Dollar in der Kreide.

Und inzwischen droht Trump mit Strafzöllen auf derart hohe Importvolumina aus China, dass das Reich der Mitte aufgrund der vergleichsweise geringen Einfuhren aus den USA nicht mehr mit gleicher Münze zurückzahlen könnte. US-Firmen in China fürchten daher bereits Gängelungen durch die Behörden bis hin zu Boykottaufrufen. Ein Verkauf von US-Anleihen wäre ein weiterer möglicher Weg, den USA zu schaden.

Verkauf der US-Papiere für Peking ist nicht so einfach

Ganz so einfach wäre es mit dem Verkauf der US-Papiere für Peking aber nicht. Denn schon ein anteiliger Abbau dürfte stark auf die Kurse der Anleihen drücken, und da auch andere Gläubiger davon betroffen wären, droht eine Abwärtsspirale. Dadurch wiederum würde der Wert der verbleibenden US-Papiere in Pekings Händen schwinden - man hätte sich selbst geschadet.

Andererseits steht Peking aber zurzeit wegen eines starken Wertverfalls der Landeswährung Yuan unter Druck. Während Trump neben der EU auch Peking vorwirft, die eigene Währung künstlich zu schwächen, versichert Chinas Notenbank, einen allzu starken Wertverfall unbedingt verhindern zu wollen. Denn mit starken Kursverlusten beim Yuan hat Peking bereits 2015 und 2016 schlechte Erfahrungen gemacht. Damals kam es zu heftigen Börsenturbulenzen. Um das zu verhindern, könnte China eingreifen und den Yuan stützen - ein üblicher Weg dafür wäre ausgerechnet der Abverkauf von US-Papieren.

ham/dpa

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